Liquiflow Product Update KW42
Georgi und ich finden bei Liquiflow gerade heraus, was genau unser Produkt ist. Die grundlegende Technologie ist fertig, wir können damit wie mit Lego-Steinen alle möglichen Kommunikationskanäle und Tools miteinander zu komplexen Workflows verknüpfen. Wir wollen aber keine Technologie anbieten, sondern eine konkrete Lösung. Deshalb sprechen wir momentan mit verschiedenen Firmen, überwiegend aus der Kreativ-Branche. Über individuelle Umsetzungsprojekte versuchen wir zu erkennen, wo wir auf wiederkehrende Probleme stoßen und eine standardisierte Lösung entwickeln können. Ich teile hier ein paar Einblicke in bisherige Umsetzungen.
Knittingclub Host Management
Der Knittingclub ist ein Social Club, bei dem sich Menschen treffen, um zu Stricken, Häkeln, sonstige Crafting-Projekte zu machen, sich zum Sport zu verabreden und vor allem, um neue Freundschaften zu schließen. Erika hat den Club gegründet und leitet ihn alleine von Hamburg aus. Im vergangen Jahr ist er stark gewachsen, wird von über 20.000 Menschen verfolgt und ist mittlerweile an acht Standorten in Deutschland verteten. Dort organisieren Hosts unter dem Markendach eigenständig die Events und sind für ihren Standort verantwortlich.
Herausforderung:
Auch wenn die Hosts selbst für ihre Events verantwortlich sind, besteht insbesondere bei Orga-Themen erheblicher Abstimmungsaufwand zwischen ihnen und Erika: Wann und wo findet die nächste Veranstaltung statt, wie viele Menschen können kommen, wie soll sie heißen und worum soll es gehen? Mit diesen Informationen muss die Veranstaltung auf der zentralen Buchungs-Seite angelegt werden. Hosts müssen wahlweise an einzelne ToDos erinnert werden, z.B. die Veranstaltungsorte anzufragen und Content nach der Veranstaltung hochzuladen. Die Vielzahl "kleiner" Anfragen haben Erika zum Bottleneck gemacht, ihr den Überblick genommen und verhindert, allen Anfragen rechtzeitig nachkommen zu können. Für Hosts konnte das demotivierend wirken und führte zu weniger durchgeführten Veranstaltungen.
Das haben wir gemacht:
Mit Liquiflow haben wir einen WhatsApp-basierten Chatbot gebaut, mit dem Hosts eigenständig Veranstaltungen anlegen können. Ein Formular passt sich je nach Veranstaltungsformat an und fragt alle wichtigen Informationen ab. Nach Übertragung der Informationen wird über eine Schnittstelle zu ihrer Website ein zur Veröffentlichung bereiter Veranstaltungsentwurf erstellt. Erika wird per WhatsApp über den Entwurf informiert, kann ihn dort überprüfen, gegebenenfalls anpassen oder direkt aus der Nachricht heraus freigeben und veröffentlichen bzw. ablehnen. Hosts werden über jeden Schritt des Freigabeprozesses auf dem Laufenden gehalten. Vor der Veranstaltung erhalten sie Reminder und letzte wichtige Informationen, nach der Veranstaltung erinnert sie eine weitere WhatsApp-Nachricht daran, erstelltes Videomaterial über einen Upload-Link bereitzustellen und fragt ihr Feedback für die Veranstaltung ab.
Auszug des Hosting Flows. Der Bot wird um weitere Vorgänge erweitert und kann dann auch Materialbestellungen entgegennehmen oder neue Hosts anleiten. Die Steuerung erfolgt über eine zentrale Nummer.
Seit Einführung hat sich die Anzahl der gehosteten Events vervierfacht und Erika hat nach eigener Aussage wieder mehr Kapazität, die Beziehungen zu den Hosts zu pflegen und strategische Themen wie neue Veranstaltungsformate zu besprechen.
Das können wir uns weiter vorstellen:
Das System ist übertragbar auf alle Organisationen, insbesondere bei denen eine Ansprechperson für mehrere semi-selbständige Personen verantwortlich ist. Influencer Managements könnten so automatisch Freigabe für Briefings oder Verhandlungen bei ihren Talents erfragen, sie an Uploads erinnern oder Content bzw. Insights einsammeln. Influencer könnten direkt den Chat befragen, welche Deals gerade in Verhandlung sind und wann die nächsten Events oder ToDos anstehen. Restaurants oder Cafés könnten so die Verfügbarkeiten ihres Teams einsammeln und den Dienstplan erstellen lassen. WhatsApp stellt sich hier als gute Plattform heraus für alle, die ständig unterwegs sind und sowieso das meiste über diese App erledigen; Liquiflow könnte aber mit jedem anderen Kommunikationsmittel wie Mail oder Slack oder auch über verschiedene Kanäle hinweg arbeiten.
Für Erika werden noch weitere Flows hinzukommen, die alle über den zentralen Chat erreichbar sein werden. Geplant sind beispielsweise ein Onboarding-Flow für neue Hosts, um sie zu schulen und ihre Stammdaten zu erfassen sowie ein Flow, über den Hosts Materialbestellungen über Erika veranlassen können.
Research Automation
Ein Kunde betreibt eine medizin-nahe Organisation in einem sehr spezifischen Forschungsbereich. Er organisiert Fachkongresse und stellt Austausch zwischen Forschungseinrichtungen und Patientinnen her. Um seine Arbeit gut auszuüben, muss er über die Entwicklungen in diesem Bereich informiert sein.
Herausforderung:
Gängige Lösungen wie Google Alerts haben nicht ausreichend gute Ergebnisse geliefert. Die Gewichtung der Informationen scheint aber zufällig; es wird mehr ein allgemeines Bild geliefert. Für Spezialwissen nicht ausreichend.
Das haben wir gemacht:
In einer täglichen Mail bekommt der Anwender eine strukturierte Zusammenfassung. Die Mail an sich ist nichts besonderes oder neues, die Art der Informationen und ihre Aufbereitung unterscheiden sich aber signifikant von den üblichen Lösungen. Das Suchprofil des Kunden wird nicht nur auf eine Websuche angewandt, sondern auch auf dediziert ausgewählte und angeschlossene Fachquellen. Inhalte werden vorverarbeitet, in Themenbereiche strukturiert und auf Dubletten (auch semantische) geprüft. So wird die Schwäche vieler Briefings vermieden, eine Sammlung ähnlich gelagerter Artikel zu liefern und dadurch andere Informationen zu "verdrängen".

Das können wir uns weiter vorstellen:
Eine Stärke von Liquiflow liegt darin, dass wir jede Art von Quelle in ein solches Briefing einfließen lassen können. Während andere Tools lediglich eine regelmäßige Web-Search anhand von Keywords durchführen, könnten wir ebenfalls Informationen aus internen Nachrichten wie z.B. aus Slack oder Mails einbeziehen, ToDos extrahieren, externe Fachmedien und Plattformen anbinden und vieles mehr. Einerseits lassen sich damit ausgefallenere Briefings erstellen. Artist Managements könnten morgens einen Überblick über die wichtigsten ToDos, anstehenden Termine, unbeantworteter Kundenanfragen und Nachrichten über ähnliche Accounts und Interessen an ihre Artists versenden. PR Agenturen könnten ein Daily Digest von Presse-Clippings und Branchen-News erstellen, das auch Informationen spezieller Plattformen wie Meltwater oder Landau Media beinhaltet. Darüber hinaus gibt es auch eine Produktvision für Endanwender. Mit einem guten App-Interface versehen könnte daraus ein digitales "Lagezentrum" werden, das einem in Echtzeit nach langen Meetings oder morgens die richtigen Informationen anzeigt, um schnell wieder in den Flow zu kommen und sich nicht erst durch 300 Mitteilungen wühlen zu müssen.
Ask Clanq
Ursprünglich als unabhängiges Nebenprojekt hat Georgi an einer agentischen Suchmaschine gearbeitet, die sich nach und nach durch unsere eigenen Anforderungen weiterentwickelt.
Das haben wir gemacht:
Zunächst ging es nur darum, eine Perplexity-ähnliche Suche zu entwickeln, bei der man die dahinter liegenden Modelle austauschen konnte, um zum Beispiel günstigere Open Source/Open Weights Modelle auszuwählen und Token-Kosten zu sparen. Ein weiterer wichtiger Nebeneffekt war es, dass man mit mehr Einstellungen die Suche verfeinern und individuellere Ergebnisse erzielen konnte. Mit der Zeit kamen weitere Anwendungen hinzu: Über das Feed-Feature kann man sich ein Interessenprofil anlegen und in einem Reader alle neuen, dazu relevanten Nachrichten anzeigen lassen. Der Feed lernt dazu, welche Informationen für den Leser wertvoll sind und verfeinert die Anzeige. Ich nutze das, um mir morgens einen Überblick über die Branchen-Nachrichten geben zu lassen, was ich vorher mit Google Alerts gemacht habe. Georgi und ich schicken uns häufig Podcasts, ohne sie alle hören zu können. Mit Ask Clanq können wir sie günstig transkribieren und schnell auf die Informationen zugreifen. Mittlerweile haben wir darüber Podcasts abonniert, um direkt nach Erscheinen das Transkript zu haben. Bei Recherchen speichern wir über Ask Clanq Websites und lassen sie zusammenfassen.

Das können wir uns weiter vorstellen:
Wohin sich Ask Clanq weiterentwickelt, ist noch unklar. Vermutlich wird das Interface weiterhin Sammelstelle für kleine Produktexperimente und interne Anwendungen sein. Die zugrunde liegende Technologie wird in Liquiflow integriert, um dort recherchebasierte Anwendungen wie das oben genannte Briefing effektiver zu unterstützen. Trotzdem sehen wir auch so für Endanwenderinnnen Potenzial, vor allem durch das Feed und Watches Feature, weshalb wir es über ask.clanq.dev als kostenlose Beta anbieten.
Cut through the noise
Alle Projekte verfolgen mehr oder weniger zufällig das Ziel, die Masse an Informationen, denen wir ausgesetzt werden, auf das Wesentliche zu reduzieren. Jeder unserer Gesprächspartner hat geäußert, dass die Menge an Nachrichten, die man verarbeiten und im Kopf behalten muss, überwältigend sein kann. Wir tüfteln weiter, wie man das lösen kann. Jedes Gespräch und jeder Datenpunkt helfen uns, also teilt gerne weiterhin Feedback und Ideen mit uns. Vielen Dank!